Geschlechtskrankheiten – ja, diese Angelegenheit ist in der Tat ein wenig delikat und vielleicht nicht gerade als Diskussionsthema für deinen nächsten Männerabend geeignet. Aber mal ehrlich, Krankheiten wie Syphilis, Tripper oder HIV können nicht nur ernsthafte gesundheitliche Folgen haben, sondern auch dein Liebesleben ordentlich durcheinanderwirbeln. Deswegen ist es wichtig, informiert zu sein – und dafür bist du hier genau richtig.
Egal, ob du gerade mögliche Symptome von Geschlechtskrankheiten an dir bemerkst und dich fragst, ob du einen Test machen solltest, oder einfach nur wissen willst, wie diese fiesen Krankheiten überhaupt übertragen werden: Wir haben die Antworten! Außerdem haben wir mit Toby (29) einen mutigen jungen Mann gefunden, der heute für uns „blankzieht“ und uns schonungslos und ehrlich von seiner Chlamydien-Infektion erzählt.
Welche Geschlechtskrankheiten gibt es?
Zunächst einmal solltest du wissen, dass Geschlechtskrankheiten beim Mann in zwei Kategorien unterteilt werden: Die „üblichen Verdächtigen“, die durch Bakterien ausgelöst werden, und die fiesen Viren, die sich gerne dauerhaft einnisten.
- Zu den bekanntesten bakteriellen Infektionen gehören Chlamydien, Syphilis und Gonorrhö (umgangssprachlich Tripper genannt). Diese Krankheiten können oft relativ einfach behandelt werden – vorausgesetzt, du lässt sie rechtzeitig diagnostizieren.
- Dann gibt es die durch Viren verursachten Geschlechtskrankheiten wie HIV, Hepatitis B und Herpes, die deutlich hartnäckiger sind. Während Hepatitis und HIV ernsthafte Auswirkungen auf deinen Körper haben können, kommt Herpes meist in Form von Bläschen daher, die immer wieder auftauchen können – ein ungebetener Gast, der einfach nicht geht.
Es gibt aber auch eher unbekannte Geschlechtskrankheiten, wie etwa Trichomonaden-Infektionen, die durch Parasiten verursacht werden. Und ja, auch Pilzinfektionen oder HPV (humane Papillomaviren) können dich als Mann betreffen. Kurz gesagt: Die Liste ist lang, und die Ansteckung passiert oft schneller, als dir lieb ist.
„Bis vor ein paar Jahren habe ich mir offen gestanden nie Gedanken um Geschlechtskrankheiten gemacht“, gibt auch Toby zu. „Dabei war ich echt kein Kind von Traurigkeit. Und einen Gummi habe ich oft nur benutzt, wenn ich nicht sicher wusste, ob die Frau die Pille nimmt. Vollkommen bescheuert!“
Bei allen Geschlechtskrankheiten gilt: Mach den Test!
Auch wenn die Wahrheit unangenehm sein kann: Bei Geschlechtskrankheiten führt nichts an einem Test vorbei! Das schuldest du nicht nur dir und deiner Gesundheit, sondern auch deiner Partnerin bzw. deinem Partner – egal, ob ihr richtig zusammen seid oder nur ein wenig Spaß zusammen habt.
Wenn du dich testen lassen möchtest, gibt es mehrere Möglichkeiten. Der erste Ansprechpartner ist dein Hausarzt oder ein Urologe, der dich beraten und die notwendigen Tests durchführen kann. Alternativ kannst du dich auch an einen Haut- und Geschlechtskrankheiten-Spezialisten wenden.
Eine Alternative dazu sind anonyme Testmöglichkeiten, die in größeren Städten oft von Gesundheitsämtern oder Beratungsstellen wie der Aidshilfe angeboten werden. Hier kannst du dich testen lassen, ohne deinen Namen angeben zu müssen.
Falls dir der Gang zum Arzt oder zum Gesundheitsamt allzu peinlich ist: Es gibt mittlerweile auch Selbsttests, die du online bestellen kannst. Diese können allerdings nicht alle Infektionen nachweisen und dienen nur der ersten Orientierung. Sollte dein Selbsttest auf Geschlechtskrankheiten positiv ausfallen, ist ein weiterer medizinischer Test beim Arzt Pflicht! Solche ärztlichen Tests sind nämlich noch einmal viel genauer als Selbsttests und liefern eine fast 100 % sichere Diagnose.
Auch Toby musste den berühmten Moment der Wahrheit ertragen – und das kam so: An seinem 27. Geburtstag lernte er Claudine kennen – seine erste richtig, richtig große Liebe: „Wir haben anfangs Kondome verwendet, aber wir wollten uns auch nahe sein. Nichts sollte zwischen uns stehen, auch kein Latex. Also hat mich Claudine überredet, dass ich mich auf Geschlechtskrankheiten testen lasse. Sie selbst wollte auch einen Test machen. Und zack, große Überraschung: Wir waren beide positiv. Es waren Chlamydien! Keiner wusste, woher die kamen, keiner hatte was davon gemerkt. Wir wussten nicht mal genau, was das überhaupt ist.“
Geschlechtskrankheiten: Welche Symptome könne auftreten?
Die Geschichte von Toby zeigt: Die große Herausforderung bei Geschlechtskrankheiten ist, dass sie oft völlig unauffällig bleiben – zumindest anfangs. Viele Männer laufen mit einer Infektion herum, ohne es zu merken, und geben die Krankheit unwissentlich beim Geschlechtsverkehr weiter. Doch wenn Symptome auftreten, solltest du sie ernst nehmen.
Zu den häufigsten Anzeichen gehören Schmerzen beim Wasserlassen, ungewöhnlicher Ausfluss aus dem Penis oder Juckreiz im Intimbereich. Eine Chlamydien-Infektion zum Beispiel kann genau solche Symptome verursachen, während Syphilis in der ersten Phase oft mit kleinen, schmerzlosen Geschwüren beginnt.
Später können Geschlechtskrankheiten sich auf andere Teile des Körpers ausbreiten. HIV und Hepatitis greifen dein Immunsystem an, während Syphilis unbehandelt sogar Organe und das Nervensystem schädigen kann. Herpes genitalis hingegen macht sich gerne durch schmerzhafte Bläschen bemerkbar, die immer wieder auftauchen können.
Die wichtigste Regel ist: Wenn du etwas Ungewöhnliches bemerkst – zum Beispiel seltsamer Ausfluss, Schmerzen oder Hautveränderungen – geh zum Arzt!
Die Top 6 Geschlechtskrankheiten beim Mann und ihre Symptome
- Gonorrhoe (auch genannt Tripper): Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen, Ausfluss, Entzündung der Nebenhoden
- Chlamydiose: Juckreiz an der Penisspitze, Ausfluss, Schmerzen oder Brennen beim Urinieren
- Syphilis: Geschwüre (vor allem an den Schleimhäuten), Schwellung der Lymphknoten, Fieber
- Herpes genitalis: Schmerzen, Juckreiz, Brennen, Bläschenbildung
- Feigwarzen: Bildung gutartiger Geschwüre, die manchmal jucken
- HIV: Müdigkeit, Unwohlsein, Fieber, Nachtschweiß, Durchfall, geschwollene Lymphknoten
Kann ich Geschlechtskrankheiten auch ohne Sex bekommen?
Die kurze Antwort ist: Ja, aber es kommt darauf an. Während die meisten Geschlechtskrankheiten tatsächlich durch sexuellen Kontakt übertragen werden, gibt es Ausnahmen. Viren wie Hepatitis B können auch durch Blutkontakt oder gemeinsam genutzte Injektionsnadeln übertragen werden. Herpes genialis wiederum kann durch engen Hautkontakt weitergegeben werden – und dass sogar, wenn gerade gar keine sichtbaren Bläschen da sind.
Außerdem sollte man wissen, dass einige Infektionen, wie etwa Pilzinfektionen, nicht unbedingt sexuell übertragen werden müssen. Sie können auch durch schlechte Hygiene oder den Kontakt mit infizierten Oberflächen entstehen.
Auch Chlamydien finden manchmal ihren Weg ohne Sex in den Körper: Toby dazu: „Ich habe die Diagnose erst mal total angezweifelt, denn wir hatten ja schließlich verhütet! Mehr geht doch nicht! Aber mein Arzt erklärte mir dann, dass bei dieser Krankheit die Übertragung auch durch Schmierinfektionen möglich ist. Chlamydien kann man also zum Beispiel durch Petting oder auch über Sextoys weitergeben. Da hätte ich im Traum nicht dran gedacht!“
Trotzdem: Die meisten Geschlechtskrankheiten entstehen durch sexuellen Kontakt – sei es vaginal, anal oder oral. Indem du Kondome benutzt, kannst du dein Risiko zumindest schon einmal deutlich verkleinern.
Geschlechtskrankheiten und ihre Behandlung: Keine Panik, aber mach was!
Wenn es um Geschlechtskrankheiten und ihre Behandlung geht, gibt es erst mal eine gute Nachricht: Fast alle lassen sich heilen – vorausgesetzt, du gehst rechtzeitig dagegen an. Bakterielle Infektionen wie Chlamydien, Syphilis oder Tripper (Gonorrhö) können in der Regel erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden. Wichtig ist in diesem Fall, dass du die Medikamente genau nach Anweisung des Arztes einnimmst, damit die Infektion vollständig verschwindet und nicht zurückkommt.
Geschlechtskrankheiten, die durch Viren wie HIV, Herpes oder Hepatitis B verursacht werden, sind hingegen hartnäckiger. Obwohl es gegen HIV mittlerweile sehr gut wirksame Medikamente gibt, die das Virus erfolgreich unter Kontrolle halten, kann die Krankheit noch immer nicht vollständig geheilt werden. Herpes genitalis und Hepatitis B bleiben ebenfalls meist ein lebenslanger Begleiter, aber antivirale Medikamente können die Symptome lindern und weitere Ausbrüche verhindern.
Bei einer Infektion mit Pilzen oder Parasiten, wie Trichomonaden, kommen meist Cremes, Salben oder spezielle Medikamente zum Einsatz, die die Beschwerden schnell lindern.
„Claudine und ich haben damals Antibiotika bekommen“, weiß Toby zu berichten. „Zwei Wochen lang mussten wir das Medikament einnehmen – und dann noch einmal zum Arzt gehen, um einen zweiten Test zu machen. Der sollte zeigen, dass die Chlamydiose auch wirklich ausgeheilt ist. Wir hatten Glück – die Behandlung war bei uns erfolgreich. Der Arzt sagte aber auch, dass das nicht immer so gut klappt. Dann hätten wir noch einmal eine Weile ein anderes Antibiotikum einnehmen müssen.“
Die Grundregel lautet: Je früher du handelst, desto besser. Sobald du Symptome bemerkst oder einen Verdacht hast, geh zum Arzt. Geschlechtskrankheiten sind zwar unangenehm, aber kein Grund, sich zu schämen – Ärzte sehen solche Fälle täglich. Und mal ehrlich, dein Körper verdient die richtige Behandlung, oder?
Und immer dran denken: Lass auch deinen Partner oder deine Partnerin mitbehandeln, wenn Geschlechtskrankheiten bei dir festgestellt werden – sonst dreht ihr euch in einem endlosen Kreislauf gegenseitiger Ansteckung!
Wissen schützt, Handeln heilt!
Geschlechtskrankheiten sind nicht das angenehmste Thema, aber je mehr du darüber weißt, desto besser kannst du dich schützen. Egal, ob du Symptome bemerkst, dich testen lassen möchtest oder einfach nur neugierig bist: Es lohnt sich, informiert zu sein.
„Für mich persönlich war das Ganze damals wirklich ein Schock“, so Toby. „Nicht mal unbedingt, dass ich plötzlich eine Geschlechtskrankheit hatte. Sondern, dass ich so naiv gewesen war! Trotz meiner festen Partnerschaft gehe ich das Thema jetzt viel bewusster an. Das kann ich auch allen anderen raten: Macht euch nicht etwas Wertvolles kaputt, nur weil ihr denkt, da passiert schon nichts!“
Ja, Geschlechtskrankheiten können wirklich jeden treffen – sie machen keinen Unterschied zwischen Single, Beziehungsmensch oder Partylöwe. Wichtig ist, dass du Verantwortung übernimmst, auf deinen Körper achtest und bei Bedarf den Arzt deines Vertrauens aufsuchst. Dein Penis wird es dir danken – und deine Liebste oder dein Liebster ebenfalls!
FAQ
Wie funktioniert ein Test auf Geschlechtskrankheiten beim Mann?
Ein Test auf Geschlechtskrankheiten ist einfacher, als du denkst – und nein, es tut nicht weh. In den meisten Fällen wird eine Urinprobe genommen, mit der Infektionen wie Chlamydien oder Gonorrhö nachgewiesen werden können. Manchmal wird auch ein Abstrich von der Harnröhre gemacht, insbesondere wenn Symptome wie Ausfluss oder Schmerzen vorliegen. So ein Abstrich kann manchmal etwas unangenehm sein, aber er dauert auch nur ein paar Sekunden.
Bei HIV oder Syphilis reicht oft eine einfache Blutprobe aus, um die Infektion nachzuweisen. Der Arzt wird je nach Verdacht entscheiden, welche Tests notwendig sind. Wichtig ist, dass du ehrlich über deine Symptome und dein Sexualverhalten sprichst, damit die richtigen Untersuchungen durchgeführt werden können.
Kann man(n) beim Oralverkehr Geschlechtskrankheiten bekommen?
Ja, auch beim Oralverkehr kannst du dir eine Geschlechtskrankheit einfangen. Viele Männer denken, dass der „kleine Umweg“ sicherer ist, aber das stimmt nicht so ganz. Krankheiten wie Gonorrhö (Tripper), Herpes und Syphilis können problemlos durch den Kontakt mit Mund und Schleimhäuten übertragen werden. Selbst HIV ist theoretisch über Oralverkehr übertragbar, allerdings ist das Risiko hier tatsächlich geringer.
Wenn du also glaubst, dass Oralverkehr eine Art Freifahrtschein ist, um Kondome zu vermeiden – sorry, das funktioniert nicht. Auch hier gilt: Sicherheit geht vor. Und wenn du Symptome wie Halsschmerzen oder seltsame Geschwüre im Mund bemerkst, könnte das ein Hinweis auf eine Infektion sein.
Geschlechtskrankheiten trotz gleichem Partner – wie geht das?
Du bist schon lange in einer festen Beziehung, ihr habt keine neuen Partner oder Partnerinnen, und plötzlich kommen Symptome einer Geschlechtskrankheit auf? Klingt komisch, ist aber möglich. Einige Geschlechtskrankheiten können über Jahre im Körper schlummern, ohne Symptome zu verursachen. Das bedeutet, dass sich einer von euch die Infektion schon vor langer Zeit eingefangen haben könntet, ohne es zu merken.
Ein weiteres Szenario: Manche Krankheiten, wie Herpes, können durch Hautkontakt übertragen werden, auch wenn kein Geschlechtsverkehr stattgefunden hat. Und nicht zuletzt gibt es natürlich noch die traurige Wahrheit, dass auch Untreue manchmal eine Rolle spielen kann.
Aber bevor du in Panik verfällst: Lass dich testen und sprich offen mit deiner Partnerin bzw. deinem Partner, anstatt ihn zu beschuldigen.
Was kostet ein Test auf Geschlechtskrankheiten beim Mann?
Die Kosten für einen Test auf Geschlechtskrankheiten können variieren. Wenn du Symptome hast, übernimmt die Krankenkasse in der Regel die Untersuchung. Falls du dich jedoch vorsorglich testen lassen möchtest, musst du die Kosten oft selbst tragen.
Ein einfacher Test auf Chlamydien oder Gonorrhö kostet meist zwischen 20 und 50 Euro. HIV-Tests sind oft kostenlos oder kosten nur wenige Euro – je nachdem, wo du sie machst. Für umfassendere Tests, die mehrere Geschlechtskrankheiten abdecken, können die Kosten zwischen 100 und 200 Euro liegen – das hängt von der Praxis oder dem Labor ab.
Wie schützt du dich vor Geschlechtskrankheiten?
Die beste Methode, um dich vor Geschlechtskrankheiten zu schützen, ist immer noch die altbewährte: Kondome. Sie bieten einen effektiven Schutz vor vielen Infektionen, insbesondere vor HIV, Chlamydien und Gonorrhö. Allerdings schützen sie nicht immer vor Krankheiten wie Herpes oder HPV, da diese auch durch Kontakt über die Haut übertragen werden können.
Regelmäßige Tests sind grundsätzlich wichtig, vor allem, wenn du wechselnde Sexualpartner bzw. -partnerinnen hast. Und falls du Symptome bemerkst, warte nicht zu lange – je früher eine Geschlechtskrankheit erkannt wird, desto einfacher ist die Behandlung!